im nomadenjahr - kirschenfestival tag 2

Heute ist Kirschen verkaufen mit Karl angesagt - ich muss erst mal dieses Geld verstehen... Aber Karl mit dem Kirschenhut und den Kirschen an der Brille ist an meiner Seite. Ich bekomme den Kirschenhut auf und dann gehts auch schon los. Es sind eine Menge Leute unterwegs, auf der Bühne spielen den ganzen Tag Bands aus Dänemark (und der Schweiz!) und das Wetter hat sich auch gemacht - daher haben wir ganz schön zu tun und verkaufen jede Menge dunkelroter Kirschen. Irgendwann seile ich mich ab und schaue mal rum, was es so gibt: Ich sehe Kirschlikör, Kirschmarmelade und -Kerteminder Rum, ausgeschenkt von einem netten Mann, der so gar nicht dänisch aussieht.

Die Höhepunkte des Tages nahen: Die Wahl des besten Kirschkuchens und das Finale im Kirschkernweitspucken. Als die drei Finalisten-Kirschkuchen auf die Bühne kommen, sieht es so aus, als hätte da jemand der Versuchung zu probieren nicht widerstehen können, aber wahrscheinlich waren nur Vortester am Werk. Der Kirschenminister darf probieren und auch Tina, die ich schon vom Kirschenpflücken her kenne. Da es unentschieden steht, muss der Moderator dran und entscheidet die Wahl - es ist Kuchen Nummer drei - die Gewinnerin strahlt. Beim Kirschkernspucken messen sich zwei Jungs und ein Mädel, sie geben alles, aber mehr als 4 Meter von Oliver sind nicht drin- witzig allemal.

Zum krönenden Abschluss noch das Kirschenbuffet: Wir essen Lachs zur Vorspeise, danach Roastbeef und jede Menge Salate. Hier ist man gerne Blumenkohl, Spitzkohl und Erbsen als Rohkost, süß-sauer angemacht und oft in ungewöhnlichen Kombinationen mit Obst - alles war richtig lecker. Um neun Uhr ist dann auch Schluss, denn wir müssen uns einen guten Platz sichern: Der Fackelzug mit Gesang am Hafen steht an.

Es wird langsam dunkel und die Menschen versammeln sich auf der Brücke und den Treppen am Hafen - eine ganz besondere Stimmung. Die Kajakfahrer kommen herein, ziehen Fackeln hinterher und drehen ihre Runden. Und dann eine Frauenstimme, sie singt dänische Sommerlieder. Es ist wunderschön. Viele haben Fackeln in die Hände bekommen, sitzen ganz still da und genießen wie ich diesen besonderen Moment.

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