hingabemenschen

Hingabemenschen sind Menschen, die eine Kunst, ein Handwerk, eine Passion betreiben und darin vollkommen aufgehen. Ohne Rücksicht auf Gewinn und Verlust. Menschen, die mich auf meinem Weg gefunden und begeistert haben.


Jack Mankiewicz

Chembongo oder das philosophische Spielzeug des Jack Mankiewicz

 

Jack Manckiewicz. Meistens trägt er weiß. Die runde Brille fasst einen durchdringenden Blick, der weiße Bart umrahmt ein Lachen. Wenn er erzählt, funkeln seine Augen und die Hände versuchen ein ganzes Universum zu beschreiben. Im Gespräch spielen sie mit einem Objekt aus rotbraunem Schlangenholz.

 

Das erste Empfinden: Unvergleichlich. Man kann es nicht zuordnen.

Was ist das?

 

Das Objekt stellt Fragen. Und beantwortet sie nicht.

Die erste Frage: Ist es Kunst?

Es ist in seiner Form perfekt. Du liebst es, weil es so schön ist.

Die zweite Frage: Ist es ein Spielzeug?

Geschmeidig. Glatt. Beweglich. Du willst es fühlen, erforschen, sinnlich erfahren.

Die dritte Frage: Woher kommt das Objekt?

Es gibt keine Herkunftsgeschichte, wahrscheinlich war es einmal ein Stein, ein Wackelstein, nichts ist bewiesen. Der Physiker und Mathematiker Sir Herman Bondi hat es 1967 ausführlich analysiert, mit mathematischen Formeln beschrieben.

 

Der Moment der Verblüffung: Es dreht sich. Wie es will.

 

Als Kunsthandwerker stellt Manckiewicz Kreisel her. Ein dänischer Freund erzählt ihm von einem besonderen  Kreisel, der sich auf den Kopf stellt. Er bekommt ein Paket und da ist dieser Kreisel aus Holz - Tippe Top, Kippkreisel - drin. Er baut ihn nach, will ihn perfektionieren. Es funktioniert nicht. Der Designer grübelt, tüfftelt - und erspürt es, ohne genau zu verstehen. Er dreht den Kreisel nach rechts, dieser stellt sich auf  - und dreht sich nach links.

 

Wie wenig wir doch beobachten. So kleine Dinge können uns lernen.

Hinschauen. Aufmerksam sein.

 

Auf die Frage woher er kommt, gibt Jack Manckiewicz zuerst keine Antwort, bezeichnet sich als Weltenbürger. Geboren ist er in Polen, aber sein Leben findet in Amerika, Israel und Dänemark statt. Jetzt lebt er in Bremen. „Als Kind habe ich alles abgelehnt: Dogma, Land, Schule, Alles.“ sagt Jack, dessen Name einmal Jacek war. Er hat sich umbenannt, denn Namen sind ihm wichtig. Er schwört sich, wenn er einmal Kinder hat, sollen sie einmalige Namen bekommen, die zu ihnen passen. Sein Kind wächst im Bauch der Mutter. Er meditiert. Ein Name kommt:. Ayam. Für ihn ist es ein Jungenname, nun bekommt er eine Tochter. Er nennt sie Maya, Ayam rückwärts geschrieben.

 

Der Anfang war eine Geschichte.

Alles fing mit einem unförmigen Stück Plastik an, einem Wackelstein.

 

Er trifft einen Juden aus Indien auf einem Konzert in Bremen. Moses Juda hat lange in England gelebt und ist nun in der Flugzeugindustrie. Eine Freundschaft entsteht. Moses Juda bekommt einen Holzkreisel von Jack. Bei einem weiteren Treffen fragt Moses: „Kennst Du so eine Banane? Die sich von alleine in die andere Richtung dreht? Ich bringe sie Dir.“ Jack muss wissen, muss ergründen, nimmt die Banane mit. Ein unförmiges Stück Plastik. Zuhause: Aus diesem Stück Schlangenholz muss er so eine Banane machen. Mit Intuition, Sturheit und Fanatismus dreht es sich ein wenig. Unzufrieden. Weiter.

 

Er weiß, dies ist etwas Phänomenales, aber es verdient eine bessere Form.

Form follows function.

 

Seit 25 Jahren ist er Gestalter. Er hat es nie gelernt, keine Schule besucht. „Ich hasse Schulen. Mit Schulen kann man nur verderben. Sie sollten das Umfeld schaffen, in dem man sich frei entfalten kann, um Fähigkeiten zu entwickeln.“, sagt er mit glühender Stimme. Man kann das nicht lernen. Es ist da. Alles ist immer da. Alle Formen sind Manifestationen von dem, was da ist. Empfangen. Realisieren. Materialisieren. „Es kommt durch mich. Ich bin der glückliche, wirkungsvolle Empfänger, der, um diese Aufgabe zu erfüllen, eingestimmt sein muss. Ich muss mit mir selbst verbunden sein, muss mich hingeben.“ Um das zu schaffen, muss ein großes Können da sein, das aber nicht erworben ist durch Lernen im herkömmlichen Sinne, sondern durch wahres Lernen. Eine innere Disziplin, welche keine Schulische ist. „Meine Arbeit ist es, neue Formen zu empfangen, die in sich stimmig sind.“ Wodurch wird er beeinflusst?: „Wir sind von allem berührt und beeinflusst. Wenn Mozart nicht der Sohn eines Komponisten gewesen wäre... Aber das ist nicht alles. Berufung und Begabung, ein natürliches Potential.“ Einfälle. Visionen. Es kommt etwas, aber es ist nicht fertig.

 

Tiefe. Faszination. Qualität.

Die Begeisterung und Achtung für das Objekt kommt aus dem Empfinden, dass es Inhalt und Tiefe hat.

 

Erster Schritt seiner Arbeit ist es die Verbindung zu schaffen. Zu empfangen. „Das ist der Schmerz. Man sucht nach etwas und findet es nicht.“ Dann, wenn man daran glaubt, kommt es. Und plötzlich auch ganz viel. „Ich kann nicht aufhören. Einige Sachen habe ich verloren. Doch wenn es wichtig ist, kommt es wieder.“ Er muss eine Skizze machen. Und dann arbeitet er. In Holz. Metall. Kunststoff. Beton. Elfenbein. Glas. Setzt Materialien passend ein. „Ich neige dazu, Sachen zu machen, die andere nicht machen. Weil ich nicht davon ausgehe was geht, sondern das zu realisieren, was ich haben will. Dann suche ich Wege, unorthodox und unkonventionell“, sagt Jack, der Industriedesigner. Seine Zepter und Dinge des täglichen Gebrauchs haben zeitlose Formen. Zitate sind in den Arbeiten zu sehen und doch sind diese original, nicht wie andere Dinge.

 

Alle Worte sind Klänge.

 

Manckiewicz weiß, es braucht einen besseren Namen. Zuerst heißt es „Schaukelschiffchen“. Der Name muss ausgewogen sein, der Klang wie das Objekt. Namen sind wichtig. Die Reise nach Afrika bringt den Namen. In der Hand der Afrikaner ist das Schaukelschiffchen nichts Spannendes. Doch als er es den Freunden dort am Mount Kenia auf dem Spiegel zeigt, geraten sie in helle Aufregung. Die Fläche ist perfekt, so glatt wie die Oberfläche des Objekts. Dann dreht es sich, wackelt - und ändert die Richtung. Ein reges Gespräch entsteht. Er lauscht der Musik der Sprache, versteht kein Wort, nur immer „Chemsa Bongo“. Chemsa Bongo, ein Begriff aus dem Swahili (Suaheli), bedeutet so viel wie „Rätsel“. Chemsa heißt kochen und Bongo ist das Hirn, also etwas, was das Hirn zum Kochen bringt. Das Chembongo spricht zum Menschen. Ergreift ihn.

 

Vielleicht setzt sich die Bewegung des Chembongos im Kopf des Menschen fort. 

 

www.chembongo.com


Der Kulturkiosk von Heike Pallokat ist eine zauberhafte kreative Verweilstätte, um Eis, Limo und Inspiration zu tanken: "Der kleine Fischladen" in Hitzacker.


http://www.katharinawoermann.de

 

Katharina Wörmann habe ich in Landsberg am Lech gefunden und mein Traumdirndl auch... Ein Farbrausch sondergleichen. Sie näht die Dirndls selber, mit Borten, welche sie aus Nepal im Rucksack heimbringt und Stoffen, die eine wahnsinnige Leuchtkraft haben. Sie macht nicht nur aus alten Stühlen Schmuckstücke sondern ist auch, wie ich finde, eine begnadete Raumausstatterin.


Flora Metaphorica oder die Verwandlung von Blüten zu Kunst: Martina Altus schöpft aus der Fülle der Natur und lässt daraus Kunstwerke entstehen. Ein wilder Garten mit Lupinen, Mohn und Margariten ist ein Paradies für sie. Blume um Blume wird gepflückt, zwischen Seidenpapiere gelegt, gepresst, getrocknet und gelegt. So werden aus Staubgefäßen tanzende Elfen und Blütenkelche zu kleinen Fischen. Ganze Geschichten erzählt sie mit Blumen, welche zwar sterben aber in leuchtenden Farben bewahrt und zu etwas ganz Neuem werden - in ihrem Blütenlabyrinth kann ich mich verlieren.  www.flora-metaphorica.com

Jeanette Arndt, meine Zuckerbäckerin aus Waal im Allgäu. Ihre Kuchen man jedoch nicht essen, denn sie sind aus Ton. Ihr Laden ist ein Gesamtkunstwerk und sie eine Töpferin mit geballter Kreativität und einem Fundus unendlich vieler Ideen, die sie alle noch verwirklichen will. Ich hab mich von ihrer Lebensfreude anstecken lassen.                                                www.toepferei-waal.de


Tilli und ihre Zwerge - aus Ästen, die sie draußen findet schnitzt die Künstlerin eine bunte Schar von Zwergen. Jeder von ihnen ist ein Unikat, mit Knubbelnase und Zipfelmütze, langen Bärten und roten Backen. Mit ihrer Hingabe und Begeisterung für diese ungewöhnliche Arbeit ist Mathilde Mayer wohl einzigartig.                                                                                        www.tilli-zwerge.com


Marthe ist eine unheimlich vielseitige Künstlerin - ob Malen oder Fotografieren, sie hat ständig neue Ideen.  Auf Hase und Schaf ist sie durch ein Projekt gekommen, dass sie in ein hübsches Häuschen in den hohen Norden nach Kehdingen geführt hat. Durch dieses Kunstprojekt sind wieder ganz neue Tier-Ideen entstanden, die unter vielem Anderen in ihrem Atelier in der Oberpfalz zu sehen sind. Außerdem hat sie dort auch eine ganz nette Ferienwohnung zu vermieten, die sich anbietet, wenn man bei ihr mit ein paar Freundinnen einen Malkurs belegen möchte. Draußen frühstücken und malen mit Blick in die grüne Oberpfalz - ein Traum!                                www.atelier-marthe.com


Claudia Flügel-Eber ist Perlenbeutelstrickerin. Wer diese Fertigkeit mit so viel Geduld und Liebe betreibt muss ein Hingabemensch sein. "Die mit den Perlen strickt" hat sich diese ganz alte Technik  nach alten Vorlagen selbst beigebracht und zur Perfektion entwickelt. Ihr Wissen gibt sie aber auch gern in Kursen in ihrem Laden in Regensburg weiter. Nun kann man sich bei ihr den ganz individuellen Beutel zu Tracht und Abendkleid (oder einfach nur so) selber stricken oder von ihr anfertigen lassen. Das Fischcollier finde ich sensationell - es besteht aus 20 000 Perlen! www.carakess.de