gedankensturm

Was uns umtreibt, im Kopf spukt, keine Ruhe lässt. Wenn sich Gedanken verwirbeln und Knoten bilden im Kopf, ist es Zeit ihnen Raum und Beachtung zu schenken. Hier.


zuviel

Alles zuviel. Wir haben alles, und wenn wir etwas nicht haben, können wir es sofort und schnell besorgen. Dinge wie Beziehungen.

 

Wir kommen uns selbst nicht mehr hinterher, unsere Finger greifen nach dem vielen Möglichen und haben dann doch nichts in der Hand. Unsere Zeit wird immer knapper, weil wir uns zustopfen mit dem, was wir meinen Mitnehmen zu müssen. Nur nichts verpassen. Auf gar keinen Fall. Dann dafür lieber wieder die Achtsamkeit erlernen, in Kursen, welche uns die Zeit noch ein weiteres Mal einmal stehlen.

Wir nähren uns im Überfluss, schaffen Vorräte und schmeißen sie dann in den Müll. Und müssen uns dann das Zuviel wieder mühsam abtrainieren. 

Wir lesen viel und behalten nichts, pflegen unsere Freundschaften und Lieben per whatsapp und Facebook so intensiv wie noch nie. Und sind doch mehr denn je auf unserer Insel allein.

heimat

Heimat. Was ist das, die Heimat? Ist dieses Wort an Menschen, Orte oder Gefühle gebunden? Lässt es sich überhaupt in Worte fassen?

Ein Versuch.

 

Am Ende meines zweiten Nomadenjahres habe ich einen Stopp in meiner Geburtsstadt Hannover eingelegt. Vielleicht um dem Heimatgefühl nachzuspüren, vielleicht aber auch nur, um zu schauen, wie es jetzt dort aussieht. Als ich vor dem Haus meiner Oma in der Manekestraße stehe, wird mir plötzlich bewusst, was schon lange klar war: Hier ist meine Heimat. Mit diesem Ort verbinde ich meine schönsten Kindheitserinnerungen. Die Tüte Gummibärchen auf dem Kopfkissen, wenn ich in den Sommerferien zu ihr kam, die zwei Klappräder, eines weiß, eines gelb, mit denen meine Oma und ich ins Freibad radelten, die Käsestangen zum Frühstück vom Bäcker Piper an der Ecke, den Kochfisch mit Senfsoße am Sonntag mittag. Jedes Mal, wenn ich irgendwo auf der Welt Tauben gurren höre, muss ich daran denken, wie ich von meinem Fenster aus die gurrenden Tauben in der Tanne beobachtet habe. Jede Ferien waren wir bei der Oma, oft vier Mal im Jahr. Das waren die glücklichsten Zeiten meiner Kindheit. Für mich trifft alles drei zu: Heimat ist ein Ort,  ein Mensch und ein Gefühl, aber vor allem unvergessliche Kindheitserinnerungen

menschen

Wie wohnen Menschen? Warum leben sie in Hochhäusern, Zelten oder Bauwagen?

 

Heike Pallokat hat sich für ein Leben im Bauwagen entscheiden. Nein, nicht entschieden, denn der blaue Wagen hat sie gefunden. Die acht Meter lange Behausung mit den hellblauen Fensterläden war einst eine Datscha und ein zweites Zuhause für ein älteres Ehepaar. Bei der Übergabe haben alle geweint.  Für Heike ist die Natur eine Mutter und dieses unmittelbare Leben in und mit ihr so wichtig für sie. Strom hat sie, einen Holzofen und eine Waschgelegenheit. Alles was sie braucht. Im Sommer verlegt sie die Küche nach draußen. Sie riecht die Elbe und nimmt die Jahreszeiten wahr. Sie tanzt und spielt Theater, liebt ihre Söhne, ihren Hund und das freie Leben. Jeden Morgen springt sie auf dem Trampolin bevor sie in ihren kleinen Fischladen nach Hitzacker fährt.



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