sieben tage-sieben inseln - spiekeroog

Spiekeroog, Distanz 12km, Start 12 Uhr an der Kogge, "Spiekerooger Dünenlauf"

Mit diesem Lauf hat sich Spiekeroog in der Gesamtwertung meines ganz persönlichen Insel-Votings an die Spitze geschoben - Borkum, Du musst Dich warm anziehen. Und eigentlich will ich gar nicht über den Lauf reden, diesen abwechslungsreichen Run, der zuerst mit Meerblick anfängt und dann ein klein wenig bergauf bergab über die Dünen führt. Ich will auch nicht über meine Oberschenkel reden, die mich beißen und die mir bei Runde zwei sagen: Willst Du wirklich weiter rennen? Ich möchte über diese Insel reden, die mich schon auf den ersten Metern eingefangen hat und mich den ganzen Tag nicht mehr loslässt. Auf der Fähre werden wir wie immer mit einem Lächeln und einem knackigen "Moin" vom Orga-Team begrüßt - ich glaube, die machen ihren Job wirklich gerne und nicht nur das - sie machen ihn auch gut. Einige Läufer hängen wie ich ein bisschen in den Seilen und die Dreiviertelstunde zur Insel gibt Gelegenheit, das müde Haupt ein wenig anzulehnen. Es regnet als wir ankommen, auch hier, man soll es nicht glauben und an Rosengärten und Bilderbuchhäusern fällt die bunte Schlange in den Ort ein. Andacht an der kleinen Inselkirche, die mitten zwischen alten Baumbestand liegt. Überhaupt ist es hier sehr grün, die Häuser sind richtig hinter Bäumen versteckt worden. Mein erster Weg ist wieder zum Strand, der diesmal doch ein Stück weg ist. Auf dem Weg zurück liegt da dieser Pavillon. Es nieselt immer noch und ich will mich einfach nur kurz im Trockenen aufhalten - daraus wird eine halbe Stunde ausgestreckt auf der Bank. Dieser Ruhehaum hat was. Pünktlich zum Lauf und wie vom Spiekerooger Tourismusdirektor bestellt wird es heller und heller und - here comes the sun!

Ein schöner Lauf mit ganz viel Motivierern und Wasserstellen, die von Runde zu Runde mehr werden. Herbert kommt mir wieder entgegen, sagt: "Nur noch 1,2km" und klatscht mich ab - wenn er kommt weiß ich, es ist nicht mehr weit. Jeden Lauf hat er das hintere Drittel angefeuert, ich finde das richtig gut - danke Herbert! Viel besser noch als der Lauf ist aber meine Insel-Tour danach. Ich will eigentlich nur bis zur Aussichtsdüne, finde aber dann einen wunderschönen Weg durch die Dünen und komme an diesem unglaublich weißen, weiten Strand raus: Dieser Moment, wenn sich der Blick aufs Meer öffnet, der warme Sand unter den Füßen, die Sonne im Gesicht, den Wind in den Haaren, ist einfach unerreicht. Am breiten Strand gehe ich zurück, noch eine Waffel und ein Eis und dann ruft schon die Fähre. Eigentlich will ich hier nicht mehr weg.

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