im nomadenjahr - monschau

Pittoresk - so könnte man Monschau wohl am ehesten beschreiben. Eine Mischung aus Rothenburg ob der Tauber und Straßburg, nur viel viel kleiner - und hübscher. Ich mag Monschau! Die Gassen sind so eng, dass man sein Auto freiwillig auf den Parkplatz vor der Stadt stellt, aber das macht eben auch den Charme aus. Monschau liegt mitten in der Eifel, wirkt aber auf mich sehr französisch. Wenn wunderts auch - nach Belgien kann man praktisch rüber spucken.

"Der kleine Globetrotter" ist meine Bleibe hier in der Altstadt und ein unheimlich nettes Bed & Breakfast. Mechthild White ist viel rum gekommen in der Welt und so kann wer will einfach mal eben entweder in New York, Arabia, Paris oder Shanghai schlafen. Ich fühl mich in Shanghai sehr wohl und das sensationelle Frühstück ist jeden Tag wieder aufs neue eine Freude für mich.   www.der-kleine-globetrotter.de

Manche sagen vielleicht kitschig dazu und sicherlich trägt die Touri-Bimmelbahn auch nicht grade dazu bei dieses Image zu entkräften, aber irgendwie hat sich dieser Ort seine Vergangenheit als bedeutende Tuchmacher-Stadt bewahrt. Das rote Haus ist so was wie das Wahrzeichen der Stadt - hier hat der Tuchmacher Scheibler gewirkt und den kleinen Ort über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Und ich musste feststellen, das mir doch tatsächlich jemand die "Bleibe" geklaut hat: Hier gibts noch eine weitere nette Übernachtungsmöglichkeit gleichen Namens. In der Villa an der Rur und im Stadthaus mit rotem Fachwerk kann man das gesamte Haus mieten, hat seinen eigenen Freisitz zum Wasser hin. Wandern kann man ja hier wie der Teufel - in der Eifel ist es halt bergig. Eine Möglichkeit wären die 300 km Eifelsteig von Aachen bis Trier. Oder aber erst mal klein anfangen: Um ganz Monschau herum läuft ein Panoramaweg oberhalb der Stadt entlang, herrliche Aussicht und Sonne garantiert. Ich habe die Burg gestreift, die Ruine Haller und war auf dem Rückweg auf dem Kierberg, wo ich gen Abend noch die letzten Sonnenstrahlen eingefangen habe. Senf ist hier auch ein großes Thema: In der Historischen Senfmühle Monschau läuft die Mühle einmal in der Woche. Dann entfalten sich die ätherischen Öle vom Senf und heilen die Lungen der Besucher, die sich das Senf-Machen erklären lassen. Selbstverständlich kann man im Laden alle 21 Sorten (und Senfpralinen!) probieren und nebenan im "Schnabuleum" schlemmen. Ich habe mir dort eine Senfsuppe gegönnt - 5 Sorten Senf sind allein darin vereint - und sie war ein Traum! Aber auch im Ort ist in jeder Gaststätte der "Moutarde de Montjoie" präsent: Das Senfschnitzel im Hotel Horchem war auch richtig lecker. Da ich mich ja mit Leidenschaft kulinarisch weiterbilde, durfte natürlich auch das "Dütchen" nicht fehlen: Die Monschauer Spezialität aus Eier-Bisquit wird gern mit einem Berg Sahne und Früchten serviert.

Und nun noch zu den Kuriositäten in Monschau: Hier gibt es unendlich viele Antikläden und Galerien, aber eben auch ganz schräge Läden, ein kleines Fotografiemuseum und ein unschlagbares Angebot zum Mittagstisch (man beachte 3-Gang-Menü...). Dann hat hier auch der Tiermaler Hempel sein Atelier, der es als "Hühner-Hempel" zu Bekanntheit gebracht hat. Und viele Überbleibsel der alten Zeiten sind zu sehen, wie die Panzersperren, die noch immer am Ortsrand zwischen den Narzissen stehen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Mechthild White (Dienstag, 19 April 2016 11:08)

    Hallo Frau Müller, was für ein aufregendes Jahr Sie haben und gerne werde ich Ihre Abenteuer weiter verfolgen. Ein sehr schön gestalteter Travelblog mit viel Liebe zum Detail.
    Freundliche Grüße, Mechthild White

  • #2

    Müller Peter (Freitag, 30 September 2016 09:43)

    Wer soviel Eindrücke, wie Sie Frau Müller, fotografisch festhalten kann, muss Talent und Liebe zu der Arbeit haben. Herzlichen Glückwunsch für solche mannigfachen Eindrücke-
    Mit herzlichen Gruß Peter Müller