im nomadenjahr - zu hause in fünen

Sonne, Strand, Meer: Ich fange meinen Lauf am Nordstrand an, komme an ganz vielen Zichorien (dass dies keine Kornblumen sind weiß ich nun von Ulla) vorbei und laufe am Yachthafen entlang in Richtung Südstrand. Da liegen die putzigen bunten Sommerhäuser der Feriengäste mit Blick aufs Meer. Hier gibt es Unmengen dieser kleinen Häuschen - ganz Kerteminde ist Urlaub. Auf dem Rückweg habe ich einen schönen Blick auf den Ort, laufe an alten Fischerbooten vorbei zurück über den Strand zu meinem Lieblingssteg und strecke die Füße ins Wasser - zum Baden bin ich zu feige.

Zu Hause bei Ulla: Vor meinem Besuch bei der quirligen Kerteminderin entdecke ich noch ein Krokodil am Wasser, setze mich auf seinen Rücken und schau einer Ente zu, die an mir vorbei paddelt - die macht alles richtig. Das Gut Lundsgaard liegt ganz in der Nähe, durch die drei angrenzenden Wälder komme ich wieder zurück in den Ort und werfe noch einen Blick in die Kirche. In der alten Fischersiedlung mit den ordentlichen Häusern in einer Reihe gibt es wieder jede Menge hübscher Türen und die hier üblichen Namensschilder: Hier wohnt "Rieke und Hans Andersen", immer schön die Vornamen ausgeschrieben am individuellen Türschild. Ich entdecke sogar meinen Namen an einem von ihnen und dann bin ich auch schon bei Ullas Haus. Ich bin zum Abendessen eingeladen, doch vorher zeigt sie mir noch ihren riesigen Garten, der bis zum Fjord reicht. Sie hat sich ein Gewächshaus gebaut, das eher wie ein Pavillon aussieht und in dem sich nicht nur die Tomaten wohlfühlen. Wenn sie nicht gerade der Garten braucht, reist sie in ferne Länder wie Südamerika und Australien - allein und mit viel Neugier. Wunderschöne Patchworkarbeiten habe ich von ihr gesehen und den Tisch an dem wir aßen hat sie auch selber gebaut. Außerdem engagiert sie sich in mehreren Vereinen, wie den "Freunden des Tourismus" oder dem "Hausfleiß". Ehrenamtlich schmiert sie Brote für das Begrüßungsfrühstück der Touristen und heißt die ankommenden Segler willkommen - wahnsinn, was diese Frau so alles treibt. Und kochen kann sie auch noch. Es gab etwas Typisches von der Insel: "Dansk Böf", Beefsteak mit Rind von Hindsholm, dazu die feinen Kartoffeln, die es hier gibt und Blumenkohl und eingelegte grüne Tomaten und eingelegten Kürbis und Salat und einen fantastischen Nachtisch mit Stachelbeeren,... Alles aus ihrem Garten und - laecker! Auf der späten Runde am Fjord entlang zeigt sie mir noch wo sie um die Ecke immer Fisch holt, das kleinste Haus im Ort und die Gasse der Betrunkenen, welche so schmal ist, dass sich die Schwankenden gut an beiden Seiten abstützen konnten. Ulla liebt Kerteminde weil es so klein ist und doch alles hat. Und obwohl sie so viel in die Ferne reist, ist sie am liebsten hier.

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