im nomadenjahr - bootstour zu den wikingern

Es ist die Attraktion hier auf Fünen, denn das gibt es so nur einmal in Dänemark: Das Wikingerschiffsgrab in Ladby. Dort, wo man vor mehr als 1000 Jahren einen Wikingerfürst begraben hatte, ist auch heute noch seine Ruhestätte. Nur stimmt das leider nicht mehr so ganz, den er selber liegt nicht mehr im Schiff - er wurde geraubt, nur Skelette von Tieren als Grabbeigaben liegen noch darin.  Mit einem kleinem Boot und einem gut gelaunten Dänen geht es ab Kerteminde den Fjord entlang Richtung Munkebo zu diesem Grab und dem Wikingermuseum. Und dann liegt da dieses Winkingerschiff. Ein Neues. Ein Schönes. Ein Selbstgebautes. Über hundert Ehrenamtliche aus der Region haben fünf Jahre lang das Wikingerschiff des Fürsten nachgebaut. Mit alten Eichenstämmen aus den Wäldern von Fünen und Äxten und Holznägeln wie zu seiner Zeit. Jetzt ist es fertig und vierundzwanzig starke Männer werden noch diese Woche damit nach Kerteminde rudern - alle sind schon ganz gespannt, ob das auch funktionieren wird. Ich gehe zum Schiffsgrab, unter einem grünen Hügel im Boden liegt es. Als ich die Tür öffne, ist es erst einmal stockdunkel und ich sehe gar nix. So langsam gewöhnen sich meine Augen an die Dunkelheit und dann taucht das Schiff vor mir auf:  Einundzwanzigkommaacht Meter lang und mystisch beleuchtet - hier wurde eindrucksvoll inszeniert. Nur die Skelette der Pferde und Hunde sind zu sehen - das Wenige lässt die Fantasie auf Wanderschaft gehen. Ich gehe wieder nach oben, 300 Meter weiter zum Museum wo die Informationen warten. Was ich nicht wusste: Die Wikinger waren wohl doch keine so rohen Gesellen mit Bärten und Hörnern auf dem Kopf. Die Wikingermänner, waren zu ihren Zeiten von den Frauen heiß begehrt, da sie sich sehr pflegten und in rauschende Gewänder hüllten. Und die Federkleider der Wikingerfrauen könnten bei den Modeschauen in Paris mitlaufen. Im Museum sind auch die zwei Ladby-Tapeten zu sehen, welche von Frauen aus Fünen in Handarbeit gerade gestickt werden und unter anderem den Schiffsbau dokumentieren.

Zurück in Kerteminde stelle ich mich in die Schlange vor dem "Vaffelhuset". Das Eis und vor allem die selbstgebackenen Waffeln sind hier in Kerteminde bekannt und scheinbar sehr begehrt. Ich nehme eine Kombi aus Softeis und normalen Eis, dabei kommt zuerst das Softeis in die Waffel, dann eine Riesenkugel Eis und zum Schluss als Topping noch einmal ein Berg Softeis - über die Kalorien denkt bei dem Geschmack keiner mehr ernsthaft nach... Am Strand entlang zurück, an den Schwänen vorbei, die ganz selbstverständlich auf der Ostsee rumschwimmen - hier gibts echt alles. Ich gehe mich etwas hinlegen, denn auf mich wartet noch der legendäre Nachtwächter von Kerteminde...

Ganz ehrlich: Verstanden habe ich nicht viel, was Niels Steenfeldt erzählt hat, aber es muss wirklich unterhaltend gewesen sein, denn die anwesenden Dänen haben ständig gelacht. Der Zeremonienmeister der Nachtwächter- und Türmer Zunft von ganz Europa sah aber auch stattlich aus! Und da er in dieser Funktion auch viel rumkommt, konnte er netterweise immer wieder für mich ein paar Anekdoten auf deutsch einflechten. So weiß ich jetzt auch, dass es auf dem Reklameschild an der Wand um ein Mittel gegen Schweißfüße geht. Er ist ein richtiger Entertainer und steigt schon mal hoch auf die Leiter, um eine Laterne anzuzünden. Und zum Schluss hat er ganz für mich allein das Nachtwächterlied gesungen...

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Kommentare: 1
  • #1

    Anne Steenfeldt (Freitag, 15 Juli 2016 10:14)

    Sie haben doch dieser Mann in Stuttgart getroffen. Da hatte er ein ganz anderes Hut an, weil er hat sein Hut Zu Hause vergessen. Sie hat mich angesprochen wegen Werbung aus Fünen wo Sie verliebt schaute auf ein ganz kleine Haus aus eine Prospekte.
    Ich bin mit der Zeremonienmesiter von Nachtwächter- und Türmer Zunf in Europa verheiratet( auch der Nachtwächter aus Kerteminde). Freue mich sehr das Kerteminde Sie gefält.